Donnerstag, 8. Februar 2018

Mein Freund der Baum...

… ist weg. Unser Hausbaum wurde gefällt. Traurig, aber notwendig.


Das Haus ist ja schon groß. Aber der Baum ist/war noch größer und war schon da, bevor das Haus gebaut wurde. Nun ist die geschätzt 150-jährige Esche weg. Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Baumfällarbeiten so faszinieren würden. Zuerst war ich einfach nur unendlich traurig bei dem Gedanken, dass der Baum weg muss. Ich überlegte immer wieder im Vorfeld, was ich an dem Tag tun will: weggehen und erst wiederkommen, wenn der Baum gefällt ist, oder "einfach" meiner To-Do-Liste nachgehen oder doch ein paar Fotos machen und mich dann verkrümeln? Schließlich entschied ich mich für Fotos. Ich wollte nur ein paar machen und bin dann doch vom Ende bis zum Schluss mit Handy und Kamera bei den Arbeiten dabeigeblieben.

Bäume fällen ist echt nicht meins. (Als Kind schon gehörte das Lied von Alexandra mit: "Mein Freund, der Baum, ist tot." zu meinen Mitsingliedern) Ein Hausbaum spendet nicht nur Schatten, er gibt einem Haus auch Flair und strahlt unglaublich viel Würde aus. Aber Arbeit macht er auch. Wie oft bin ich in gebückter Haltung durch den Garten die Kieswege entlang gegangen und habe fast schon meditierend die Blätter, verkümmerten Blüten der Esche oder deren Blattstengel aufgesammelt.

Darüber hinaus stand er für seine Größe viel zu nah am Haus...
Nun mache ich nicht mehr viele Worte und lasse hauptsächlich Bilder sprechen.


Zum Glück spielte das Weitter mit.
Spätestens nach dem Absägen des Asts, der parallel zum Hausdach rüberwuchs, war mir klar, dass wir richtig entschieden hatten. Der Baum war krank und morsch und es war höchste Zeit, ihn wegzumachen.


Ganz locker war der Kern und ließ sich ganz einfach in Einzelteile zerlegen...
Die drei Hauptäste sind hier bereits ab.


Das brauchbare Holz der Äste habe ich zu einem großen Teil der FreienWaldorfschule Böblingen-Sindelfingen gespendet. Auf dem dortigen Herbstbasar im November, bei dem ich auch meine Produkte ausstelle, gibt es tolle Werke aus Holz vom Holzspielzeug bis hin zu Kleinmöbeln und wunderbaren Raumobjekten, die von Eltern und Schülern angefertigt und verkauft werden zur Finanzierung der Schule. Ich selbst bekomme als Gegenleistung und als Erinnerungsstück für mich einen Hocker aus einem der Äste gefertigt in Backenzahn-Form. :o)

Freue mich schon sehr darauf, euch diesen dann hier zu zeigen, wenn es soweit ist. 
Beim Sägen am Baumansatz wurde die Kettensäge stumpf, weil im Holz Steine mit eingewachsen waren.
Drei Tonnen Holz hängen hier nun am Kran. Mir blieb der Atem stehen in diesem Moment. Der Stamm ging an einen Schreiner.

Hier bekommt man eine Ahnung der Dimensionen. 1,65 m an der längsten Stelle im Durchmesser und 1,30 m an der schmalsten…




Der Stumpf bleibt so nun erst mal im Garten stehen. Alles braucht seine Zeit. Das nächste Projekt für diesen Platz hab ich schon im Kopf. ;o)
Und so sieht das Haus nun ohne Baum aus:


Alles noch sehr ungewohnt und leer. Bin gespannt, wann ich mich daran gewöhnt habe.



Mit den Arbeiten beauftragt wurde die Fa. Avi aus Altensteig im Schwarzwald. Ein kompetentes Team an Baumfällern - spezialisiert auf Problemfällungen - ging hier an die Arbeit. Ein großes Lob und meine Hochachtung vor diesem gefährlichen Beruf an alle tatkräftigen Mitwirkenden bei diesem Projekt. Jeder Baum ist anders und man muss genau wissen, wo man die Säge ansetzt und wo man sichert, damit der Baum/ Ast zur richtigen Seite fällt - in die Sicherung des Krans. Da gehört ein großes Maß an Erfahrung dazu.
Vielen Dank auch an das Bauamt der Gemeinde Grafenau, das für diesen Tag den Parkplatz sperren ließ und das auch Herrn Avi empfohlen hatte.

Ich bin begeistert.



In diesem Sinne,




Eure Heike



Samstag, 6. Januar 2018

Kuba - ein Traum wurde wahr

Die Zeit zwischen den Jahren nutze ich immer, um für mich zu reflektieren, was mein Highlight im vergangenen Jahr war und was der traurigste, schrecklichste Moment war. Beides ist im Leben vorhanden und gab es auch 2017. Ich möchte mit euch heute mein Highlight des vergangenen Jahres teilen. Das war unsere Reise nach Kuba. Ein Land, das mich schon sehr lange fasziniert. Ich liebe diese halb verfallenen Häuser, den Shabby-Stil, der eher ungewollt immer wieder durchbricht, den kolonialistischen Stil der Architektur, der Möbel, die Autos, die so absolut retro und echt sind, wie es nur geht (bis zum Motor und den Abgasgerüchen, wie sie manche noch aus der katalysatorfreien Zeit kennen), und das türkisfarbene Meer und die Musik.
All das waren genug Gründe für mich, gemeinsam mit meinem Mann diese Insel zu bereisen. Die Geschichte war für mich eher zweitrangig, aber genau das interessierte meinen Mann sehr, was eine gute Mischung ergab für die Unternehmungen auf der Insel.
Unsere Stationen waren Havanna, genauer gesagt Alt-Havanna (wir hatten hauptsächlich Privatunterkünfte, sogenannte casa particular, um mehr einen Eindruck vom privaten Leben zu bekommen, vergleichbar mit Pensionen), Vinales - das Tabakanbaugebiet im Westen der Insel, Las Terrazas mit einem Ausflug zu den Orchideengärten von Soroa, die Schweinebucht oder auch Playa Larga genannt, Trinidad, Cayo Santa Maria - eine der vorgelagerten Inseln im Norden - zum Ausspannen und Genießen und dann wieder Havanna, dort dann direkt am Malecon, der 8 km langen Buchtstraße Havannas.
Quelle: Google
Quelle: Google
Unsere Tour hatten wir über die Reiseagentur aventoura geplant, die wir auf der CMT in Stuttgart im Januar ausfindig gemacht hatten und die spezialisiert ist auf Kuba und Mittelamerika. Überzeugt von der Idee, Kuba zu bereisen, war mein Mann aber erst, als wir eine halbe Stunde lang die Insel von einer Reisekauffrau mit Begeisterung vorgestellt bekamen, die  - wie sich gegen Ende des Gesprächs herausstellte - seit über 5 Jahren in Havanna lebt und jeden kennt, der ein casa particular über ihre Reiseagentur anbietet. Die Casas selbst sind auf einer eigenen Homepage aufgeführt und hier kann man Bilder der Unterkünfte im Detail sehen.
Blick von der Dachterrasse auf die Straßen Alt-Havannas
Köstliche Erfrischung: Kokoswasser
Fußboden in Ernest Hemingways Lieblingshotels
Nur eines der vielen Oldtimer in zahlreichen Farben
Der Leuchtturm der Festung an der Ostseite der Bucht Havannas
Das Angebot an Obst und Gemüse ist vielfältig und für Kubaner kaum bezahlbar.
Unser Lieblingscafé
Für unsere Tour hatten wir uns ab dem vierten Tag ein Auto gemietet und mit diesem fuhren wir über die Insel. Es gibt insgesamt vier Autobahnen auf der Insel. Aber ich rate davon ab, einen Mietwagen zu mieten, schließlich benutzt man den Wagen nicht jeden Tag, hat unter Umständen auch vor Ort Touren gebucht und wird - wie in unserem Fall - mit einem separaten Auto samt Fahrer und Guide herumgeführt. Andere Touristen, die wir (sogar mehrmals) trafen, hatten für ihre Strecken ein Taxi gemietet. Das war unterm Strich günstiger und auch ungefährlicher, weil die Autobahnstrecken immer wieder große Schlaglöcher aufweisen und die Taxifahrer am besten wissen, wo man eine gute Rast einlegen kann.
Unser Blick von der Unterkunft auf die Berge von Vinales
Ein Rinderschädel am Fuß unserer Terrasse mit Blick auf das Tabakfeld
Auf einer Tabakfarm hängen in der Hütte die Tabakblätter auf Stangen zum Trocknen
Das Konterfei von Che Guevara ist überall zu finden.
Das Tal von Vinales
Kuba ist nicht billig. Mal abgesehen vom Flug kann man den für Touristen üblichen CUC 1:1 umrechnen in Euro. Touristen sieht man auch ohne Kamera vor dem Bauch an, dass sie solche sind und zahlt z.B. beim Obst, das es an verschiedenen Stellen auf Wägen, Karren und in halb verfallenen Gebäuden in der Stadt zu kaufen gibt, gleich mehr. Sie sind eben Schlitzohren, die Kubaner, wie uns die Reisekauffrau auf der CMT gleich darauf hinwies.
Impressionen aus dem Orchidearium von Soroa


Der Frauenschuh
Unser Blick vom Hotel in Las Terrazzas
Unterwegs auf der Autobahn zur Schweinebucht, Playa Larga

Angekommen im Casa Kiki
Hier wachsen am besten Kakteen und Sukkulenten.

Typische Farben: Azur, Türkis und Weiß
Die gelb-weiß gehaltene Dachterrasse vom Casa el Moro in Trinidad
Blick von der Dachterrasse auf Trinidad
Bezeichnend für die gute-Laune-Musik der Kubaner
Genuss pur im Restaurant La Redaccion
Kunsthandwerk ist zahlreich in Trinidad vertreten
Bildunterschrift hinzufügen
Oldtimer gibt es auch aus den 40ern und älter.
eine der vielen Combos auf den Straßen der Altstadt
liebevoller Schnappschuss
Ein Straßenzug in der Mittagshitze - nur die Touris laufen rum...
...und ein Musiker auf dem Weg zur Siesta ;)
Diese Farben...
Vintage-Werbung
Ein Ausflug ins Umland
Auf einer Farm machten wir Rast und genossen ein Muttagessen und diesen Anblick. 
Die Hotelanlage auf Cayo Santa Maria
Der Pool am Abend
Der Strand, wie ich ihn mir vorgestellt hatte


Die Hotelanlage
Unsere letzte Unterkunft in originalem Kolonialstil
Der Malecon bei Nacht
Wunderschöne Lampe und grandioser Stuck in unserem Zimmer

Der Malecon bei Tag
Der Malecon in der anderen Richtung - auch das ist Havanna.
Aus schwindelerregender Höhe herangezoomt

Mein Sternzeichen als Kühlerfigur unseres Oldtimers für eine letzte Stadtrundfahrt

Unser Dodge auf dem Plaza de la Revolucion
Nach langem Warten endlich auf dem Flughafen für den Rückflug, ciao Cuba! 
Kuba ist auf alle Fälle mehrere Reisen wert. Unsere Reiseroute war mehr auf den Westen und die Mitte der Insel ausgerichtet. Der Osten steht noch aus. Wir kommen wieder. Soviel ist sicher.

Ich hoffe, meine Bilder haben euch ein bisschen einen Eindruck verschafft. Es ist sehr schwierig aus zig hunderten von Bildern auszuwählen.

Bleibt neugierig.
Eure