Dienstag, 27. Januar 2015

Werkeln und werkeln lassen

Huhuuuuu! Ich lebe noch! Und bin intensivst am Werkeln.
Mein zukünftiges Atelier hat mich zwischen den Jahren gedanklich nicht losgelassen, so dass ich mir nicht wie sonst bis 6. Januar eine Pause gegönnt habe. So bin ich nun seit Beginn des neuen Jahres fast täglich im Atelier und streiche, hämmere, bohre, säge...
Neben vielen einzelnen Atelier-Projekten will ich euch heute mal zeigen, wie ich eine alte Schublade zu einem Garnrollenhalter umfunktioniert habe. Eine echte Geduldsprobe war das für mich. Und wer mich kennt, weiß, wenn ich das mal sage, dass das Projekt dann auf jeden Fall oberviel Geduld erfordert. 
Aaaalso, das hab ich mehr oder weniger gebraucht:

  • ein Zuschneidelineal
  • ein DIN A 4 Papier
  • einen Minenbleistift
  • einen weichen Bleistift
  • Radiergummi
  • einen Meterstab
  • eine Ahle
  • Holzleim
  • ein gut haftendes Tesa auf einem Abroller - dann brauchst du keine Schere
  • Kaffee (oder Tee) zur Entspannung
  • viiiieeeel Geduld (s. Schnecke)
  • Zahnstocher
  • Küchenkrepppapier (nicht auf dem Bild)
  • Wattestäbchen (die waren dann doch weniger im Gebrauch)
  • Holzstäbe (Durchmesser 4 mm) aus dem Bastelbedarf
  • und natürlich eine ausrangierte Schublade - meine ist eine alte Tischschublade mit Holzknauf
Zuerst einmal habe ich die Schublade vom Staub und Dreck der Jahre befreit, indem ich sie gründlich mit lauwarmem Wasser und einer groben Bürste gereinigt habe. Dann hab ich sie auf einem Handtuch in der Nähe eines Heizkörpers aufgestellt und gut durchtrocknen lassen - mindestens 24 Stunden. (Leider habe ich kein Foto von der Schublade vor dem Upcycling.)

In der Zwischenzeit habe ich kleine Hölzchen, die es bereits auf 10 cm Länge zugesägt im Bastelbedarf gibt (s. Link in der Liste oben), nochmals mittig zersägt und zwar im 45°-Winkel mit einer Gehrungssäge. Insgesamt habe ich 38 zugesägt, dann aber letztendlich doch 42 gebraucht - also nochmal nachgesägt... Anschließend hab ich die Sägestellen auf geringster Schleifstufe mit dem Winkelschleifer und 180er-Schleifpapier fein abgeschliffen, damit keine Spliss-Späne abstehen. An der geraden Schnittstelle habe ich auch nochmal nachgeschliffen. Und so sahen die Hölzchen nach diesem Arbeitsgang aus:

Dann kommt das Ausmessen und Rechnen: Die Breite und Höhe der Schublade innen ausmessen und für mich festlegen, wie viele Garnrollen sollen in einer senkrecht verlaufenden Reihe sein, damit ich unten (also sozusagen auf der Rückwand der Schublade) noch Konen hinstellen kann? Selbstverständlich kann man die Schublade auch komplett mit Stäbchen versehen. Ich wollte das anders.
Dann habe ich auf einem DINA 3 - Papier eine Schablone erstellt:

Die Abstände der senkrechten Linien sind in meinem Fall 5 cm. Insgesamt gibt es in der Schublade Platz für 7 solche Linien (eine ungerade Zahl finde ich immer schöner, stellt eine Symmetrie her - ist mir wichtig, hihi.)  Auf den senkrechten Linien habe ich dann in den Reihen 1, 3 und 5 die Ansatzlinien für die Stäbchen markiert - auch im Abstand von 5 cm jeweils. Auf den ausgelassenen Reihen 2, 4 und 6 habe ich dann versetzt die Punkte markiert, also 2,5 cm nach den ersten markierungen auf den ungeraden Reihenzahlen. So entseht ein Muster wie bei einem Punktestoff mit Polkadots. Versteht ihr, was ich meine? Im Zutatenbild sieht man das Ergebnis dieses Arbeitsschrittes ganz gut.
Dann habe ich die markierten Punkte mit der Ahle im Papier durchstochen und dann die Schablone in der Schublade zentriert: dazu habe ich die Mitte der Schublade markiert und da die 4. Reihe der Papierschablone angesetzt.

Dann mit dem weichen Bleistift die Punkte auf das Holz übertragen. Da auf dem Papier nur Platz für 6 senkrechte Linien war, hab ich die Schablone verschoben, d.h. die 2. Reihe hab ich nun auf die markierte Mitte der Schublade angesetzt und konnt so die 7. Reihe durchpausen. Liest sich kompliziert, isses aber gar nicht. :o)

Hier sieht man ein bitzele die markierten Ansatzunkte schimmern...
Und nun kommt der eigentliche Geduldsteil: Die einzelnen Stäbchen werden nun an den markierten Punkten aufgeleimt. Und da ich keinen Fix & Fest-Holzleim von Ponal hatte, musste eben der wasserfeste herhalten und mit ihm das Tesa und die Schere. Habe immer Reihe für Reihe gearbeitet. Und das hieß:
  1. 6 kurze Tesastreifen zuschneiden
  2. Leim auf das schräge Ende des Stäbchens auftragen
  3. das Tesa an der langen Seite des Stäbchens mit Überstand anbringen
  4. das Stäbchen auf dem ersten markierten Punkt ansetzen und das Tesa auf der Schublade fixieren.
  5. Dann das nächste Stäbchen... usw.
Die Aushärtungszeit des wasserfesten Leims beträgt 5 min. Die habe ich mir auf der Uhr gestellt und in der Zwischenzeit die nächste Reihe geklebt. 
So sah das dann aus:
Und das hält? Ja, wenn man den Leim gut aushärten lässt und das Tesa immer von oben nach unten wegzieht. Den überschüssigen Leim habe ich zuerst versucht mit Wattestäbchen zu entfernen. Ist aber nicht gut, weil zu dick vorne und fusselig. Habe dann doch die Zahnstocher genommen und den überschüssigen Leim vom Zahnstocher auf einem Küchenkrepppapier abgestreift. Gaaaanz wichtig! Erst wenn der Tesa nach der Aushärtungszeit weg ist, kann der überschüssige Leim mit dem Zahnstocher vorsichtig abgenommen werden.
Noch besser und einfacher ist die Prozedur mit dem Fix&Fest-Leim von Ponal. Da würde ich aber dennoch auch 5 Minuten warten, bevor ich den überschüssigen Leim abnehme. Beim Streichen sind mir tatsächlich zwei sehr wacklige Kandidaten abgegangen, die habe ich dann mit dem Fix&Fest-Leim geklebt und bin hochzufrieden.
Und so sieht das Schublädchen aus, wenn alle Stäbchen in Reih und Glied angeleimt sind.


Schon lustig irgendwie... 
Danach habe ich es dann gestrichen, leider mit Chalk Paint von Annie Sloan. Wieso leider? Weil ich es jetzt noch wachsen muss. Da wäre ein Spray echt besser gewesen. Aber so isses nunmal.
Und so sieht die Schublade in angestrichenem Zustand aus.

Mal sehen, ob sie es heute noch an die Wand schafft. :o)
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schaffige Zeit und bleibt kreativ.

Eure Heike ;o)

Verlinkt zu Creadienstag

Kommentare:

  1. Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass du dafür ein kleines bisschen Gedzld gebraucht hast... Wahnsinn! Und so gleichmäßig... Sehr schön... <3
    LG Sandi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir <3 Bin mal gespannt, ob die Stäbchen auch dem Gebrauch standhalten ;o)
      LG, Heike

      Löschen
  2. Wie genial, sieht klasse aus. Gefällt mir.
    Liebe Grüße,Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön, Petra <3
      LG, Heike von Annajulie

      Löschen

Hier kannst du einen Kommentar hinterlassen. Ich freu mich drauf! :o)