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Montag, 7. August 2017

Wegen Brille geschlossen

Es gibt viele Gründe, warum man ein Atelier im Sommer für eine Weile schließt. Der naheliegendste wäre eine Reise in den wohlverdienten Sommerurlaub. (Aber den hatten mein Mann und ich ja schon im April/Mai dieses Jahres und davon werde ich euch auch noch berichten, aber alles zu seiner Zeit).

In meinem Fall ist es aber kein Urlaub, sondern eine Brille. Eine ganz bestimmt Brille. Sie ist schuld, dass das Atelier für die nächsten zwei Wochen, bis zum 21.8. geschlossen ist.

Sie sieht aus wie ne Sonnenbrille, ja, ist aber ein echter Augenschutz und kann echt was. Ich trage nämlich meine normale Brille darunter. Und das sieht dann so aus:

Aber warum ist wegen dieser Brille nun das Atelier geschlossen? Das hat einfach den Grund, dass ich gerade schlecht sehe. An Nähen ist da nicht zu denken. Meine Augen wurden nämlich behandelt. Das ist eine längere Geschichte. Habt ihr Zeit? Okay, dann erzähle ich sie euch.
Noch bis zum Ende des vergangenen Jahres habe ich eifrig und gerne Kontaktlinsen getragen. Aber dann merkte ich, dass ich mit ihnen in der Nähe nicht mehr gut sah, und  das, obwohl es schon Kontaktlinsen für die Nähe und die Ferne waren. Hab also wieder meine Brille entstaubt und diese aufgezogen. Aber die war ja nur für die Ferne und für die Nähe brauchte ich nun auch eine Brille. Die hatte ch dann immer beide auf der Nase, weil es mir echt zu  blöd war, mal die eine auf- und die ander abzusetzen. Ich bin da echt pragmatisch und scheue da vor nichts zurück.
Aber irgendwie war mein Sichtbild immer noch nicht gut. Es war immer alles so verschwommen, wie durch einen Schleier. Ich brauchte fast immer Licht, auch am hellichten Tag. In meinem Atelier sind überall Tageslichtlampen installiert. Und nun brauchte ich eine weitere direkt an der Nähmaschine.
Okay, dachte ich. dann wird es wohl Zeit für eine neue Brille und dann machst du gleich Nägel mit Köpfen und lässt Dir eine Gleitsichtbrille machen. Bist ja schließich in dem Alter, wo das Auge mit der Leistung nachlässt.
Ich ließ mir eine schöne Brille machen, aber komisch, selbst da war der Schleier noch da und ich merkte, dass auch, wenn ich mein Lid locker schloss, da so eine Art Sonnenfleck in Form einer Bohne war. Das machte mich sehr nachdenklich und ich vereinbarte einen Termin bei meinem Augenarzt.
Und der war wirklich äußerst engagiert. Ich hatte mehrere Untersuchungen und noch viel mehr Wartestunden in seiner Praxis: Pupillenerweiterung, fluoreszierende Farbstoffe zur kontrastreichen Bildaufnahme des Auges (ich sag's euch, ich hab gestrahlt wie eine Alien aus einem schlechten Science-Fiction-Film). Am Ende war er ratlos, erkannte in den Aufnahmen Wassereinlagerungen, aber für eine feuchte Makuladegeneration (sprich Netzhautablösung) sei ich noch zu jung. Chanrmeur, dachte ich. Aber der Satz begegnete mir später noch häufiger. Und weil er nicht weiter wusste, überwies er mich in die Augenklinik nach Tübingen.
Auch dort hatte ich wieder Pupillenerweiterung, Farbstoffe in den Venen, die aber schnell wieder verblassten, so dass ich nicht im Hulk- oder Minion-Modus, wie ein Angegstellter der Klinik den Effekt der Farbstoffe humorvoll bezeichnete, wieder in die Öffentlichkeit konnte.
Schließlich konnten die Fachärzte der Uniklinik die Ursache meines schlechten Sichtbildes entdecken. Ich habe direkt neben dem Sehnerv meines guten Auges (ich hab noch ein schlechteres...) eine gutartige Blutaderwucherung, ein Hämangiom. Es sitzt auf der Aderhaut, wächst (langsam) und drückt auf die Netzhaut. Durch den Druck sammelt sich dort Wasser an, was dazu führt, dass die Netzhaut sich ablöst und ich durch diese Wasserblase hindurch wie einen Schleier vor dem Auge habe. Würde man es nicht behandeln, würde ich über kurz oder lang auf dem Auge erblinden.
Na, dann nichts wie behandelt das Ding und fertig, denkt ihr? Dachte ich auch. Ist aber leider nicht so einfach, denn da gibt es noch die Krankenkasse, die bei Erblindung durchaus gewisse Behandlungsmethoden bezahlt. Aber nicht diese. Hatte bereits im Juni eine Absage der Kostenübernahme erhalten, als die Klinik mich anrief und mich zu einer weiteren Farbstoffuntersuchung mit einer genaueren Kamera zu sich bat.
Das war dann vergangenen Donnerstag. Und dann kam ich heim mit dieser Brille auf der Nase und hatte mein Auge mit der entsprechend von der Klinik vorgeschlagenen Behandlungsmethode therapiert bekommen. Die Krankenkasse hat kein Einlenken gezeigt, aber der mich behandelnde Arzt war so pragmatisch und machte kurzen Prozess, weil er die Vorgehensweise der Krankenkasse für absolut verantwortungslos hielt. Er zeigte mir auf Aufnahmen, dass die Wasseransammlung größer geworden war im Verlauf der letzten zwei Monate. Sprach's und handelte. Wie die Bahndlung genau vonstatten ging, erspare ich euch lieber. Nur soviel: das Mittel, das mir intravenös gespritzt wurde und durch Laser zum Wirken kam, ist so lichtempfindlich, dass ich diese Brille 48h lang brauchte, um meine Augen zu schützen und auch nicht raus in die Sonne konnte, damit meine Haut nicht verbrannte. Aber nun ist alles erstmal noch verschwommener, ich sehe noch schlechter, aber das soll nach einer Woche besser werden, hat mir der Arzt prophezeit. Ich vertraue ihm. Was anderes bleibt mir auch nicht übrig.
Und deshalb will ich nun die Zeit nutzen, um gröbere aber nicht weniger kreative Arbeiten rund um Haus und Gertan anzugehen. Ein großes Projekt aus meiner To-Do-Liste verbirgt sich hinter dieser Tür. Mehr verrate ich dazu nicht. Aber ich werde es euch hier zeigen, sobald es da etwas zu zeigen gibt.
Habt eine tolle Woche und bleibt gesund und kreativ!






Mittwoch, 11. September 2013

Sitzvergnügen...

 ...in der reinsten Form habe ich nun endlich auf diesem Werkstuhl. Hab schon eine Woche auf ihm gesessen und genäht, was das Zeug hält. Und zusammengebaut war er auch schnell, auch wenn das anfags erst ziemlich kompliziert aussah...

Möbel eines schwedischen Möbelhauses habe ich ja schon viele zusammengebaut und geschraubt, aber nen richtig echten genormten Werkstuhl...? Das ist schon ne etwas größere Nummer - so mit der ganzen Hydraulik und so...



Aber nun steht er da, ist gerne im Gebrauch, es sitzt sich supergut darauf und man kann ihn in alle Richtungen genau so einstellen, wie es für mich gut ist und tut.

 Yeah! Ich freu mich :o)

Heike

Dienstag, 27. August 2013

erfinderische Not

Seit ein paar Tagen hab ich ziemlich starke Rückenschmerzen. (Nein, ich fang jetzt nicht an zu jammern...) Und ich weiß auch genau, was der Grund für die Schmerzen ist: die falsche Arbeitshöhe, denn ihr müsst wissen: ich arbeite (immer noch) am Esstisch!
Mittlerweile verbringe ich schon einiges mehr an Zeit an der Nähmaschine und die heiße Phase mit den Märkten bis Weihnachten geht jetzt erst so richtig los!
Also, was tun? Weniger nähen geht auf gar keinen Fall! Hab doch soooo viele Ideen.

Als Frau der Tat hab ich mich bei der BG ETEM schlau gemacht und nach deren Angaben gesucht für einen komfortableren und die Gesundheit erhaltenden Arbeitsplatz.

Der Stuhl bei der Nähmaschine hat nun kein Sitzkissen mehr und ein der DIN 68877 entsprechende Stuhl ist bestellt. (Ich halte Euch auf dem Laufenden.)
Aber das Zuschneiden auf Esstischhöhe ist für den Rücken auch nichts. Immer so leicht vorgebeugt schadet das auf Dauer der Muskulatur im Lendenbereich und den Halswirbeln...

Und da hab ich mir was einfallen lassen: Ich habe eine Tischplatte eines alten Küchentisches auf viermal zwei Stützen aus Kalksandstein (Reste von unserem einstigen Wohnzimmerregal) auf der Esstischplatte aufgebockt.


Die untersten Steine sind mit Filzgleitern versehen, um den Tisch nicht zu verkratzen, und die obersten habe ich mit Pattafix jeweils an zwei Stellen beklebt, damit die Tischplatte auch gut auf den Steinen haftet und mir nicht beim Zuschneiden kippt. (Ist bisher auch nicht passiert, hihi)

Jetzt kann ich aufrecht stehen und die Stoffe für meine Werke zuschneiden *freu*
Diese Interimslösung schafft mir wirklich Erleichterung! Jetzt kann ich wieder schmerzfrei arbeiten! Juhuuuuu!



Werkelige Grüße sendet euch die
Heike von Annajulie